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Alternativen zum P&R Projekt

by admin last modified 2007-02-07 17:51

Einige Vorschläge der Plattform Mariatrost, wie mit anderen Ansätzen eine wirtschaftliche und (hoffentlich die Mehrzahl der Bewohner von Mariatrost) befriedigende Lösung gefunden werden könnte. Dabei gilt es zu beachten, dass die einzelnen Punkte nicht für sich alleine, isoliert zu betrachten sind, sondern als Teile eines Ganzen zu verstehen sind. Dies gilt auch für die Zeitschiene, da die einzelnen Ideen von ihrer Tragweite und Realisierbarkeit her kurz-, mittel- oder auch langfristig anzusetzen sind.

Ein Grundprämisse unseres Denkens ist 'Nachhaltigkeit anstelle effektheischender Ruck-Zuck-Aktionen'. Daher haben wir bewusst auch Ideen in unsere Vorschläge aufgenommen, die sich nicht innerhalb einer Legislaturperiode verwirklichen lassen. Es ist uns klar, dass dies von den beteiligten Politikern große Disziplin und letztlich schwierige Entscheidungen abverlangt. Aber wir sehen uns nach dem Gespräch mit BM Mag. Nagl im Punkt Nachhaltigkeit durchaus auf einer ähnlichen Ebene wie der Bürgermeister.

Was ließe sich einfach, kurzfristig machen ?
  • Bau eines kleinen (!) (Gratis-) P&R Parkplatzes beim Bezirkssportplatz, der gleichzeitig auch als Parkplatz für Veranstaltungen verwendet werden kann und Weiterverwendung des derzeitigen kleinen P&R Parkplatzes Mariatrost (Endststation Linie 1)
  • Gleichzeitig Verlängerung der Buslinie 58, die jedoch, um eine Parallelführung zur Linie 1 zu vermeiden, im Bereich Mariagrün bis Fölling als Schnellbuslinie geführt werden sollte, d.h. Haltestellen jenseits des Kirchberges nach Bedarf, um die dort lebende Bevölkerung und beim Sportplatz parkende Pendler zu versorgen, danach Haltestelle Mariatrost (Endststation Linie 1), u.U. (Klärung notwendig) in St. Johann und danach erst wieder in Mariagrün (Unseres Wissens nach wurde ein ähnlicher Vorschlag bereits von Prof. Fallast evaluiert).
Dieser Vorschalg wäre in seiner Gesamtheit relativ schnell und kostengünstig (verglichen mit der geplanten Parkgarage) realisierbar, macht jedoch vor allem auch in Verbindung mit einer weitergehenden, mittelfristigen Strategie Sinn. Diese mittelfristige Strategie bedarf nun jedoch auch der Mitarbeit des Landes Steiermark (Hr. LH-Stv. Schöggl, Sie sind Verkehrsreferent und sollten hier eigenlich längst aktiv werden !) und, gemäß dem Verursacherprinzip, auch der Umlandgemeinden, die ja letztlich die Quellen des Pendlerstromes darstellen.

  • Verbesserung der Busverbindungen nach Weiz und Gleisdorf, gleichzeitig Bau mehrerer kleinerer P&R Anlagen (jeweils in der Nähe größerer Ansiedlungen) entlang des Korridors. diese Anlagen können vergleichsweise billig gebaut werden, da die benötigten Grundstücke naturgemäß weitaus billiger als im Stadtgebiet sind. Eine entsprechende P&R Anlage beispielsweise in Weiz würde auch der jeweiligen Stadt Vorteile bringen, da viele Pendler erfahrungsgemäß im Nahebereich ihres Parkplatzes auch ihre Einkäufe erledigen. Damit würden diese Kunden in der jeweiligen Region verbleiben.
  • Überdenken der Tarifgestaltung im Verkehrsverbund, um die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel auch finanziell attraktiver zu gestalten (vom Traum des sich selbst tragenden ÖV haben sich mittlererweile wohl auch die größten Optimisten verabschiedet, es ist und bleibt eine kommunale und regionale Dienstleistung, deren Bereitstellung mit eine Aufgabe der jeweiligen Verwaltungen ist). Anstelle des linearen Zonenmodells könnte man versuchen, die Tarife innerhalb eines bestimmten Umkreises um Graz (z.B. Bruck/Mur-K'bg, Weiz, Gleisdorf, Leibnitz, Voitsberg) nur moderat mit der Entfernung steigen zu lassen oder zumindest einen entsprechenden Pendlertarif einzuführen.
In einem langfristigen Szenario muss wohl die Verlängerung und der 2-gleisige Ausbau der Straßenbahnlinie 1 (letzteres darf jedoch nicht auf Kosten des Rad- und Gehweges geschehen) aus heutiger Sicht als unumgänglich gesehen werden, vor allem auch in Verbindung mit den Siedlungs- und Bebauungsplänen östlich des Kirchbergs, aber auch am Kirchberg selbst, die letztlich ein deutliches Anwachsen der Bevölkerung des Bezirks mit sich bringen werden (Naturgemäß würde dann die verlängerte Linie 58 obsolet, hier käme ein weitrer Vorteil des o.a. 'Schnellbuskonzepts' zum Tragen: Flexibilität, da sich Buslinien relativ schnell einführen, verändern oder aber auch stilllegen lassen).

Es muss an dieser Stelle noch einmal ganz deutlich gesagt werden: All das kann nicht von der Stadt Graz allein (in deren Kompetenzbereich viele der o.a. Punkte auch gar nicht fallen) verwirklicht werden, sondern muss letztlich auch vom Land Steiermark und vor allem den Umlandgemeinden mitgetragen werden. Insbesonders letztere haben in den letzten Jahren massiv von ihrer Nähe zur Stadt Graz profitiert, ohne diesen Benefit auch nur im geringsten an die Stadt zurückzugeben.

Womit als letztes (Droh-)Szenario auch noch die Zwangs-Eingemeindung von Umlandgemeinden (wie sie beispielsweise aus ähnlichen Gründen in Salzburg bereits laut angedacht wird) verbleibt. Doch noch hoffen wir auf Kooperation anstelle von Konfrontation. Nur so kann es letztlch gelingen, eine zukunftsträchtige regionale und kommunale Verkehrspolitik voranzutreiben.