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Gesamtes eMail von BV Wurzinger an E. Urbano

by admin last modified 2007-02-07 18:51
Sehr geehrte Damen und Herren!

In meiner Funktion als Bezirksvorsteher möchte ich zu den von Hr. Dr. Urbano vorgeschlagenen Masßnahmen zu den jeweiligen Punkten kurz Stellung nehmen, damit nicht der Eindruck entsteht, diese vor einigen Monaten gegründete "Plattform" hat als einzige die besten Lösungen gefunden und die Bezirkspolitik, vor allem die ÖVP und ich als BV hätten in den letzten Jahren diesem Thema nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet.

Mit freundlichen Grüßen!
Erwin Wurzinger
Bezirksvorsteher Graz-Mariatrost

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Edmund Urbano
Gesendet: Samstag, 15. Jänner 2005 20:14
An: [Adressen gelöscht]
Cc: Plattform Mariatrost
Betreff: Verkehrsproblem und P+r Mariatrost

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Herren Stadträte, sehr geehrte Damen und Herren aus Politik und Medien,

je länger man sich mit der Verkehrssituation und P+R im Mariatrostertal befasst, desto mehr neigt man zu einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 1:

1)Es zweifelt niemand daran, dass ein schienengebundener P+R die beste Lösung ist.
[Wurzinger Erwin] Das ist erwiesen - daher habe ich bereits bei meinem Amtsantritt im Jahre 1997 den vor nunmehr zwei Jahren fertiggestellten P&R-Platz bei der GVB-Endstation Mariatrost errichteten Platz gefordert.
2)Es sieht auch jeder ein, dass der Bereich Fölling und der Mariatroster Osten (Marlandsiedling) durch den öffentlichen Verkehr erschlossen werden muss.
[Wurzinger Erwin] Eine Forderung, die ich bereits seit 1999/2000 bei allen Verantwortlichen deponiert habe - professionelle Studien (Dr. Fallast) untermauern diese Vorschläge eindeutig.
3)Ein funktionierender P+R sollte mit einer Einkaufsmöglichkeit gekoppelt sein, die Ansiedlung weiterer Großmärkte wäre aber nur mehr in Fölling sinnvoll, weil für die Siedlung auf den Marlandgründen und für - schon geplante - zukünftige Ansiedlungen nahe dem GH Gruber keine Nahversorgung besteht. Vor dem Kirchberg haben wir mit SPAR, 2 BILLA, Mondo, BIPA, ADEG, Schlecker und dem geplanten LIDL wirklich mehr als genug Märkte in Mariatrost.
[Wurzinger Erwin] Die Möglichkeit der Errichtung von Lebensmittelmärkten ist grundsätzlich im Flächenwidmungsplan, der vom Grazer Gemeinderat beschlossen wurde, geregelt. Die freie Marktwirtschaft entscheidet jedoch, wo sie sich niederlässt. Für den Bereich Fölling ist im Bebauungsplan "Hubert-Hoffmann-Ring" nächst dem Gh. Gruber seit Jahren ein Nahversorger vorgesehen und wird auch errichtet werden.
4)Ein P+R gehört möglichst nahe an die Ortsgrenze und beim Sportplatz hat er auch den Zusatznutzen, als Parkplatz für örtliche Veranstaltungen dienen zu können. Ein großer P+R an der derzeitigen Endhaltestelle der Linie 1 würde noch mehr Kirchengeher dazu veranlassen, statt mit der Straßenbahn mit dem Auto zu fahren.
[Wurzinger Erwin] Die Möglichkeiten der Mehrfachnutzung von P&R beim neuen Sportplatz habe ich - wie bereits erwähnt - in den Jahren 1999/2000 aufgezeigt. Die erwähnten Kirchgeher kommen nicht nur aus einer Richtung. Die Pfarre Mariatrost umfasst auch Teile des Bezirkes Ries, der Gemeinden Kainbach und Weinitzen. Diese Gebiet sind sehr ländlich und weitläufig strukturiert, wo weit und breit kein öffentliches Verkehrsmittel verkehrt.
5)Eine Buslinie auf der Mariatrosterstrasse sollte nur eine Überbrückungslösung bis zum Ausbau der Verlängerung der Linie 1 sein. Eine Verlängerung von bestehenden Verbindungen wäre dabei gegenüber einer eigenen Linie zu bevorzugen.
[Wurzinger Erwin] Mein Vorschlag lautete immer, die in Mariagrün wendende Linie 58 bis nach Fölling zu verlängern. Lediglich in der "Schwachlastzeit" - ebenfalls in der Fallast-Studie bestätigt - würde eine kurze Linie zwischen Fölling und Mariatrost rechtfertigen, da die Kosten enorm sind.
6)Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 ist in unterschiedlicher Weise machbar, ein nicht einmal 300m langer Tunnel durch den Kirchberg (unterm Friedhof verlaufend und Ausfahrt unterhalb des Restaurants Ohnime) und die Führung entlang der Marlandsiedlung zum Sportplatz haben realistische Chancen auf Verwirklichung. Die Kosten wären sicherlich unter 3% einer Röhre des Plabutschtunnels.
[Wurzinger Erwin] Für mich ist die 3%-Kostenrechnung nicht nachvollziehbar und ein Straßenbahn- mit einem Autobahntunnel nicht vergleichbar, wobei ich eine Untertunnelung des Friedhofes - abgesehen von den finanziellen und rechtlichen Möglich- und Unmöglichkeiten - auch für pietätlos halte.
7)Für die Finanzierung eines derartigen Projekts in Zusammenhang mit P+R könnten auch Land und Bund gewonnen werden. Nebenbei bemerkt: eine Station im Berg mit einem Lift zur Kirche wäre eine echte Attraktion für die Besucher der Basilika.
[Wurzinger Erwin] Ausbaumaßnahmen des öffentlichen Verkehrs und P&R werden grundsätzlich von Bund und Land unterstützt. Diese Förderungen sind geregelt und brauchen daher nicht "gewonnen" werden. Die Idee mit dem Lift im Mariatroster Kirchberg stammt bereits aus den 90er-Jahren, wäre natürlich für die Basilika eine Attraktion. Im Hinblick auf die budgetäre Situation in der Kirche, Stadt und Land reihe ich diese Idee jedoch zu den Illussionen, wenn man die Kalkulation den Errichtungs- und Betriebskosten des Schloßbergliftes zu Grunde legt.
8)Der bestehende Parkplatz an der Endhaltestelle der Linie 1 (65 Plätze) muss den Mariatrostern als Umsteigemöglichkeit bei Stadtfahrten vorbehalten sein. Die Entfernung der 4 Hinweistafeln entlang der Mariatrosterstrasse und der Zufahrt ist daher zwingend notwendig. Es ist eigentlich verwunderlich, dass trotz dieser kaum übersehbaren Ankündigung es nicht zu einer untragbaren Überfüllung des - derzeit ja unentgeltlichen - Parkplatzes an Wochentagen kommt. Diesbezügliche Medienberichte sind unwahr und entbehren einer seriösen Grundlage, das hat eine tägliche Überprüfung während der ersten vollen Arbeitswoche im Januar ergeben.
[Wurzinger Erwin] Der bestehende Parkplatz bei der GVB-Endstation Mariatrost wurde von der Stadt Graz mit Zuschüssen von Bund und Land als öffentlicher P&R Platz errichtet. Dafür gab es Organbeschlüsse der einzelnen Körperschaften für die Details. Daher können die Hinweistafeln nicht wie von Ihnen gefordert "zwingend" entfernt und daraus einen "Bezirks-Parkplatz" geschaffen werden. Die untragbare Überfüllung hat stattgefunden: Die Autos waren zwar nicht übereinander geparkt - jedoch wurde auf die umliegenden Grünflächen ausgewichen. Fotos dokumentieren dies eindeutig - daher verwundert Ihre Behauptung, Medien hätten unwahr und unseriös berichtet. Die jeweiligen Grundeigentümer haben jedoch schon im Dezember mit Besitzstörungsklagen gedroht und dem "Wildparken" damit ein Ende bereitet. Daher verlief Ihre "tägliche Überprüfung während der ersten vollen Arbeitswoche im Jänner" leider negativ.

Natürlich soll das Verkehrsproblem im Korridor Graz-Weiz auch überregional behandelt werden - dafür setzt sich die Bürgerplattform Mariatrost ein - aber für den Bezirk Mariatrost liegen in der Verlängerung der Linie 1 die größten Chancen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen ein konstruktives Klima bei der Behandlung des wichtigen Verkehrsthemas.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Edmund Urbano
Tannhofweg 12/19
8044 Graz